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Geschrieben von: Stefan Müller   
Montag, den 24. März 2008 um 22:42 Uhr

Chronik des Tischtennisvereins Giesenkirchen

Nach eingehendem Studium der noch vorhandenen Unterlagen wird hier der Versuch unternommen, eine Bilanz der Geschichte dieses Vereins zu ziehen.

Der Anfang

Ausgangspunkt war die Aktivität von Josef Wirth, der in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg als Jugendlicher in einem Rheydter Tischtennisverein spielte. Nach Anschaffung einer Platte fand er im Jahre 1946 einige Interessenten für diesen Sport. In der Gaststube des Ratskellers Giesenkirchen begann man mit freundlicher Unterstützung des Wirtes Werner Dürselen mit dem Training an zwei Wochentagsabenden. In kurzer Zeit fanden sich mehrere begeisterte junge Männer ein und es entwickelte sich ein reger Trainingsbetrieb. Naturgemäß erbrachte der Wettbewerb eine stetige Leistungssteigerung. Daraus erwuchs der Wunsch einen Verein zu gründen, mit dem Bestreben, in Form eines eingetragenen Vereins an Vergleichs-Wettbewerben teilnehmen zu können. Realisiert wurde dieses Begehren am 15. Juli 1947 durch Versammlungsbeschluss. An diesem Tag wurden die Vereinsstatuten erstellt und der Name 1. Tisch-Tennis-Club Giesenkirchen als eingetragener Verein in den Westdeutschen Tischtennisverband eingegliedert. Dieser Tag gilt auch als Gründungstag des Vereins. In der Versammlung wurden die Mitglieder Theo Seitz als Vorsitzender, Toni Müller als Geschäftsführer und Peter Breuer als Kassenwart gewählt. Schon am 2.8. erging die Bitte an den Kreistischtennisverband um Spielerlaubnis und die entsprechende Einreihung einer Mannschaft in die 1. Kreisklasse. Schon im August traf der Verein die zweifelhafte Entscheidung, mit dem hiesigen Fußballverein VfL Schwarzweiß eine Fusion einzugehen. Man wurde nun als eine in vielen Belangen selbständige Abteilung im oben genannten Verein geführt. Es wurde sich davon versprochen, dass durch eine Zusammenlegung eine größere wirtschaftliche Absicherung erfolgen würde. Die Überlebenschancen waren für die kleinen Vereine in den unruhigen Zeiten vor der Währungsreform schlecht. Nach erfolgter Spielerlaubnis durch den Kreistischtennisverband startete dann eine Mannschaft in die Saison 1947/48 in der Kreisklasse. Die Mitgliederzahl belief sich zu diesem Zeitpunkt auf fünfzehn Männer, vorwiegend aktive Spieler.
Unter dem nun neuen Vereinsnamen fand am 13.9.1947 die erste Versammlung statt, in deren Verlauf Josef Wirth zum Vorsitzenden, Theo Seitz zum Geschäftsführer und Peter Breuer zum Kassenwart gewählt wurden. Das Interesse an diesem Sport nahm so stark zu, dass sich die Mitgliederzahl in kurzem Zeitraum sprunghaft erhöhte. Die Beiträge wurden für den Kassenwart zum zentralen Punkt. Die Beschaffung einer zweiten Platte sowie Bällen und die Instandhaltung der vorhandenen und reparaturbedürftigen Platte war oberstes Gebot. Zwischenzeitlich hatte man den Trainings- und Spielbetrieb in den kleinen Saal der alten Gaststätte Heinz Mösgen verlegt. Mit diesem Wirt gab es eine gute Zusammenarbeit, wobei von ihm der Tanzsaal zu besten Abenden (Kirmes und Karneval) zur Verfügung gestellt wurde. Auch in späteren Jahren wurden diese zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens der Abteilung und konnte in dieser Form nie wieder erreicht werden. Zur Auffüllung der stets leeren Kasse waren diese Aktivitäten bestens geeignet. Im Oktober fand schon die erste Vereinsmeisterschaft statt, die von Peter Breuer in einem begeisternden Endspiel gegen Josef Wirth gewonnen wurde, der den Erfolg noch mehrere Jahre wiederholen konnte. Die daraufhin in kurzen Zeitabständen geführten Versammlungen waren dazu angetan, eine feste Konstanz in die Belange eines Vereins zu bekommen. Für die jungen, noch weitgehend unerfahrenen Führungskräfte war vieles Neuland. Der Zustrom eintrittswilliger Sportler wurde in Anbetracht der zu wenigen Trainingsmöglichkeiten an nunmehr zwei Platten sehr problematisch. Für den Saisonbeginn 1948 wurde nun schon eine zweite Mannschaft an den Kreisverband gemeldet. Die Zusammenarbeit mit dem Gesamtverein fand ein schnelles Ende am 10.8.1948, indem sich die Fußballabteilung von der
Tischtennisabteilung trennte. Die Unterschiede in den Vorstellungen einer gemeinschaftlichen Sportgemeinschaft waren zu groß. Daraufhin kam man wieder zum alten Namen 1.T.T.C. Giesenkirchen zurück. Kurzfristig wurde für den 13.8. eine Versammlung einberufen, in der es zu entscheiden galt, ob und in welcher Form der Tischtennissport in Giesenkirchen Bestand haben sollte. Nach lang anhaltenden Debatten und eingehender Bitte an alle Mitglieder um eine einmalige Spende beschloss die Versammlung unter der Leitung von Theo Seitz die Weiterführung des Vereins. Zum Geschäftsführer wurde Toni Müller gewählt, der mit Einsatz und Geschick die inneren Belange des Vereins bewältigte. Kassenwart war von der ersten Stunde bis Ende der 60er Jahre Peter Breuer, der in schwerer Zeit oft genug die Vereinskasse aus der eigenen Tasche auffüllen musste, ein heute unmöglicher Vorgang. Idealismus war zu dieser Zeit noch eine feste Größe. Zudem war Peter Breuer, der auch bis heute noch interessierter Beobachter ist, trotz körperlicher Behinderung durch Kriegsverletzung, lange Jahre Leistungsträger und Spitzenspieler der ersten Mannschaft und darüber hinaus ein Vorbild erster Güte an Sportlichkeit. Der Verein wuchs nun ständig. Zwei Herrenmannschaften und eine Damenmannschaft erspielten sich schon 1949 in Bezirks- und Kreisklassen vordere Ränge. Das gipfelte darin, dass bei Kreis- und Stadtmeisterschaften Titel und erste Platzierungen erreicht wurden. Nicht unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass auch ein geselliges Leben neben dem Sport stattfand. Da gab es die schon erwähnten Tanzabende und Festlichkeiten im kleineren und größeren Rahmen und zu Pfingsten 1950 eine Busfahrt über drei Tage an die Ahr. Alle, die daran teilgenommen haben, werden dieses Erlebnis nicht vergessen. Man war in dieser Zeit nicht so anspruchsvoll. Es war eine Gemeinschaft vieler junger Menschen zusammengewachsen. Schweren Herzens musste zeitweilig beschlossen werden, die weitere Aufnahme von Spielern und Interessenten zu begrenzen. Es wurde dann, nach eingehenden Bemühungen und Verhandlungen mit der Stadt, das Ziel erreicht, bei einem erträglichen Mietsatz, für den immer größer werdenden Spielbetrieb die Turnhalle der Jugendherberge am alten Friedhof zu bekommen. Jetzt wurden alle Möglichkeiten aufgeboten, zwei weitere Platten zu kaufen. Somit stand auch einer weiteren Vergrößerung der Mitgliederzahl nichts mehr im Wege. Zu Anfang des Jahres 1951 wurden zwischen dem Vereinsvorstand und dem Vorstand des 1936 gegründeten Tischtennisvereins „Fortuna Rheydt“ Verhandlungen geführt, die zum Ziel hatten, dass letzterer eine Einbindung in den 1. TTC Giesenkirchen anstrebte. Am 3.3. erging das Angebot des Vorsitzenden der Fortuna Rheydt zur Übernahme an den TTC. Mit der neuen Namensnennung „Fortuna Giesenkirchen“ wurde dieser Akt vollzogen. Eine neue Satzung wurde entworfen und dieselbe ende März dokumentiert. Mit der Aufnahme der Spieler aus Rheydt hatte man nun eine Mannschaft, die schon bisher in der Landesliga etabliert war und auch darin weiter spielte. Es folgten Jahre, die zu den besten des Vereins zu zählen waren, auch was die Klassenzugehörigkeit betrifft. Zwei erfolgreiche Herrenmannschaften in Landesliga und Bezirksklasse, zwei Damenmannschaften in der Bezirksklasse, sowie gute Nachwuchsarbeit waren Beweis für gute Arbeit im Verein. Während der Vorsitz in kurzen Zeitabständen von Theo Seitz über den Vereinswirt Heinz Mösgen, sowie über Josef Wirth, Heinz Peltzer und Rudi Marx bis in die frühen 60er Jahre wechselte, war die Arbeit von Toni Müller als Geschäftsführer von hervorragender Qualität. Turniere und viele lukrative Vergleichskämpfe bis ins Ausland arrangierte er und war unermüdlich in allen Bereichen des Vereins tätig. In dieser Zeit war es für die Sportvereine eine schwere Bürde, finanziell über die Runde zu kommen. Der Kauf von Gerätschaften, dazu noch Miete für die Turnhalle machten es den unermüdlich um Geld kämpfenden Kassierer Peter Breuer immer schwer, die Kasse aus den roten Zahlen zu halten. Spender, oder man würde heute sagen Sponsoren, gab es für den Tischtennissport nicht, dafür war diese Sportart noch nicht lukrativ genug. Lange währte die Freude an den Zugängen der jungen und guten Spieler aus dem ehemaligen rheydter Verein nicht. Der mannschaftliche Zusammenhalt fehlte und so zerbrach die Mannschaft. Es war wirklich schade, denn es war darin spielerische Substanz enthalten. Der
Verein erlitt aber dadurch keinen größeren substanziellen Schaden. Es wuchs die Erkenntnis, dass nicht alles erreichbare auch positiv war. Die beiden vorhandenen Herren- und Damenmannschaften sowie die Jugend waren weiterhin eine gute Grundlage. Die erste Herrenriege war in den gesamten 50 Jahren eine konstante Größe der Bezirksklasse. Die zweite und später auch dritte Garnitur erreichten gute Kreisklassenplätze. Erwähnenswert soll aber auch das weitere Geschehen der Damenmannschaften sein. Nach jahrelangen guten Erfolgen kam es zu Unstimmigkeiten in den Mannschaftsaufstellungen. Diese führten dazu, dass bei gleichzeitigen privaten Gründen, sowie Familiengründungen Tendenzen des Verfalls auftraten. Das war eine schmerzhafte Erkenntnis, die auch andere Vereine vorher und nachher erleben mussten. Wenn man bedenkt, dass der Verein 1961 bei der Rheydter Stadtmeisterschaft, in der man als Ausrichter fungierte, als einziger Verein mit einer Damenriege im ganzen Stadtbezirk ausgestattet war, erkennt man, dass es dort noch viel Nachholbedarf gab. Die Austragung der Damenmeisterschaft fand nicht statt, da es nur eine bessere Vereinsmeisterschaft gewesen wäre. Zuvor gab es im Juni 1959 wieder eine der schon angegebenen Führungswechsel bei dem Toni Müller – vorher Geschäftsführer – zum ersten Vorsitzenden und Heinz Peltzer zum Geschäftsführer gewählt wurden. Nun hatte man in letzterem eine fähige Kraft einbezogen, der sich schon in der Jugendarbeit erfolgreich eingesetzt hatte. Heinz Peltzer war seit 1948 Mitglied und langjähriger Stammspieler der ersten Mannschaft. Beide genannten Führungskräfte blieben bis Juli 1963 in diesen Ämtern, allerdings zwischenzeitlich in umgekehrter Reihenfolge. Um die feste Eingliederung der heranwachsenden Jugend in die Gesamtgemeinschaft zu bewirken, veranstaltete man ein Fußballspiel zwischen Senioren und Junioren, das friedlich unentschieden endete, auch vielseitig Anklang fand und von der hiesigen Presse in Wort und Bild gebührend beachtet wurde. Die erste Mannschaft stand im Frühjahr 1961 als Spitzenreiter der Bezirksklasse vor dem Aufstieg in die Landesliga. Unbegreiflicherweise gingen die letzten Spiele verloren und man verpasste den Aufstieg. Die zweite und dritte Mannschaft, sowie die Jugend hatten gute Erfolge in den Kreisklassen. Nun wären ja eigentlich alle Voraussetzungen für einen weiteren Fortgang des Vereins gegeben. In der Folgezeit ergab sich dann erschwerend, dass zunehmend die bis dahin gute Jugendarbeit sträflich vernachlässigt wurde. Neuer Nachwuchs fand nicht den Weg zum Verein und die bisherigen Jugendlichen wurden in die Senioren eingegliedert. Einige wechselten den Verein oder gaben den Sport auf. Ein vorübergehender Tiefpunkt brachte 1962 der ersten Mannschaft den Abstieg in die erste Kreisklasse. Für Vorstand und Spieler läuteten nun die Alarmglocken. Mit aller Kraft wurde darauf hingearbeitet, die Trainingsprogramme in der Substanz zu verbessern. Auf die spielerischen Aspekte wurde sich konzentriert und der alte Kampfgeist geweckt.
Das hatte vordergründig zum Resultat, dass im folgenden Jahr 1963 der Aufstieg in die Bezirksklasse angestrebt und auch geschafft wurde. Bedauerlicherweise wurde aber die schon erwähnte Negativentwicklung für die zweite und dritte Mannschaft unterschätzt. Die verbliebenen und mittlerweile herangewachsenen Jugendlichen wurden bei den Senioren eingegliedert. Es gab keine Nachfolge an Nachwuchs und damit endete vorerst dieser Bereich gänzlich. Die Unstimmigkeiten wuchsen jetzt in einem weiten Maße. Diese traten offen zu Tage in der denkwürdigen Versammlung am 13.7.63, in deren Verlauf Heinz Peltzer und Toni Müller von ihren Ämtern zurücktraten. In der darauf folgenden Abstimmung wurde Rudi Marx zum Vorsitzenden und Ingrid Maßen zur Geschäftsführerin gewählt Hieraus gab es einen einschneidenden Umbruch in der Führungsarbeit sowie auch in der gesamten Vereinsentwicklung. Ausschlaggebend war ein Versammlungspunkt, in dessen Verlauf der Antrag einer Fusion mit einem sich in der Vergangenheit gebildeten örtlichen Tischtennisverein zur Debatte stand. Die Ablehnung hatte den Führungswechsel zur Folge. Stabilität und Geschlossenheit, früher feste Größen des Vereins, blieben auf der Strecke.
Versammlungen in kurzer Zeitabfolge und die damit so notwendigen Bewältigungen der immer auftretenden Fragen blieben aus. Die bisher präzise geführten Protokolle gab es in den folgenden Jahren nicht mehr. Vermehrt gab es Austritte junger, talentierter Spieler, die in anderen Vereinen ihre gute Spielerqualität unter Beweis stellten. Am Tiefpunkt war man Ende 1966, als Rudi Marx mit wenigen Getreuen noch gerade eine Mannschaft, nunmehr in der ersten Kreisklasse beisammen hatte. Der Entschluss, dann doch unter widrigen Umständen weiterzumachen, brachte den Umschwung. Unter zeitweiliger Mitwirkung von Hans Beeck begann Paul Lünendonk, ein noch verbliebener Akteur der Gründungszeit, eine Jugendarbeit aufzubauen. Mit den Söhnen der beiden und deren Schulkameraden und Freunden entwickelte sich eine zielstrebige und erfolgreiche Aktivität. Nach kurzer Anlaufzeit wurden auf Kreis- und Bezirksebene ansehnliche Erfolge erzielt. Das wiederum führte zu weiterem Zulauf, wodurch sich der Verein mehrheitlich aus jugendlichen Mitgliedern zusammensetzte. Als nun auch noch Karl-Heinz „Kiki“ Breuer für die weitere Jugendtätigkeit gewonnen wurde, gab es zusätzliche Impulse und man brauchte sich für den spielerischen und pädagogischen Aufbau und die weitere Entwicklung nicht zu sorgen. Hinzu kam, dass Rudi Marx einige Spieler der ehemaligen Jugendgarde zurückholte und somit die erste Herren Kreisklasse erhalten werden konnte. Mit der Fertigstellung des neuen Schulzentrums am Asternweg und dem Bau der neuen Turnhalle, erhielt der Verein die Möglichkeit, dort den Trainingsbetrieb wöchentlich an zwei Abenden, sowie die Meisterschaftsspiele an den Wochenenden zu absolvieren. Die räumliche Erweiterung hatte zur Folge, dass durch den Kauf weiteren Materials nun an sieben Tischtennisplatten gespielt werden konnte. Zum weiteren Vereinsaufbau ergab sich 1968 die Situation, dass die komplette Herren Bezirksklassemannschaft der in Auflösung befindlichen Nierswacht Odenkirchen aufgenommen wurde. In wenigen Jahren erfuhr der Verein einen großen Aufschwung in personeller und qualitativer Form. In dem Sektor Schüler und Jugend, wobei auch ein weiblicher Nachwuchs hinzukam, wurde gute Arbeit geleistet. Spezielle Trainingszeiten für die Jugend wurden im Programm installiert und von der Stadt zusätzliche Trainingsabende bewilligt. Mit dem zügigen Aufbau war in erster Linie der Name Rudi Marx verbunden. Unter seiner Leitung, zusammen mit der tatkräftigen Mithilfe von Hermann Ochel wurden Gespräche mit der Vereinsführung des Sportvereins DJK TuRa 05/07 Giesenkirchen mit dem Ziel der Eingliederung geführt. Nach erfolgtem Abschluss war jetzt der bisherige Tischtennisverein Fortuna Giesenkirchen eine weitgehend selbständige Abteilung des oben genannten Vereins, dem auch noch andere Sportarten angehörten. In der Obhut des Großvereins ergab sich noch eine Ausweitung der Trainingsstunden. Neben den erfolgreichen Herrenmannschaften wurden männliche und weibliche Jugendmannschaften aufgebaut, die im Bezirk wieder eine gute Rolle spielten. In die Vereinsarbeit wurde auch Franz Leber gewählt, der mit den oben erwähnten Vorstandsmitgliedern eine tragende Rolle spielte. Es folgten mehrere Jahre eines guten Vereinslebens. Der plötzliche Tod von Rudi Marx 1982 war ein Schlag, der die Abteilung völlig unvorbereitet traf und zuerst eine große Lücke hinterließ. Um diese zu schließen, waren große Anstrengungen erforderlich. In dieser schwierigen Situation wurde jetzt Winand Müller zum Vorsitzenden der Abteilung gewählt. Dazu darf nicht unerwähnt bleiben, dass er 1948, nach dem Krieg, als junger Mann 1. Vorsitzender des hiesigen Kreisverbandes war. Er gehörte auch einige Jahre als aktiver Spieler der Fortuna an. Nach langer Abstinenz war er 1980 wieder zurückgekehrt. Er bewies ein großes Organisationstalent und brachte 1983 die Tischtennis-Bezirksmeisterschaften und 1986 die Tischtennis-Kreismeisterschaften nach Giesenkirchen. Seinem persönlichen Einsatz war es zu verdanken, dass diese Turniere unter Mithilfe einer großen Anzahl von tatkräftigen Mitgliedern glanzvolle Ereignisse waren, die in dieser Qualität in der Abteilung nie wieder erreicht wurden. Zu seinen Verdiensten gehörte es auch, junge Spieler in die Vorstandsarbeit einzubinden und zu begeistern. Nach tückischer Krankheit verlor die Abteilung seinen großen Mann Ende 1987. Er hinterließ zu seiner Zeit eine Abteilung mit etwa 100 Mitgliedern,
hauptsächlich aktive Spielerinnen und Spieler. Auch im Gesamtverein war er eine tragende Kraft und genoss hohe Achtung.
Nun war es die junge Generation unter der Führung von Hans-Werner Schroers, der als Vorsitzender und zeitweiliger Stellvertreter unter Winand Müller schon erhebliche Erfahrung mitbrachte und eigene Ideen verwirklichte. Ihm zur Seite stand mit Peter Kehren ein Geschäftsführer, der für diese Aufgaben beste Qualitäten mitbrachte. Bei Peter Beckers als Kassierer waren die Finanzen auch immer in besten Händen. In den Bereichen aller Senioren- und Jugendmannschaften war jahrelang eine gute Konstanz zu vermelden. Doch dann gab es in dem Bereich der Damen erkennbare Einbrüche, die später zur Zurücknahme dieser Mannschaften führte. Allerdings blieben Bestand und Erfolg an weiblicher Jugend und Schülerinnen erhalten. Dafür zeichnet vor allem Joachim Wirth, der Sohn des Gründers verantwortlich, der sich fürsorglich um diese Gruppe kümmerte und gut betreute. Herren und männliche Jugend festigten über lange Jahre gute Tabellenplätze in den Bezirks- und Kreisklassen. Wesentlich trug zu dieser Konstanz die Tatsache bei, dass fast alle Spieler aus dem eigenem Wuchs waren und immer wieder aus dem Nachwuchs ergänzt und aufgefrischt wurden.
An dieser Entwicklung war ganz entscheidend Karl-Gerd Beeck beteiligt – selbst einstmals erster Schüler- erster Jugend- und zeitweilig auch Vereinsmeister der Herren – der sich in die Jugendarbeit einband. Mit neuem gezieltem Trainingsprogramm wurde die Spielqualität zusehends verbessert. Naturgemäß wurde er dann auch als Jugendleiter in den Vorstand gewählt. Dabei blieb auf seinen Wunsch hin der bisherige Amtsinhaber Paul Lünendonk weiterhin an seiner Seite. Der jetzige Vorstand, bestehend aus aktiven Spielern der einzelnen Klassen bot eine harmonische und stets funktionierende Zusammenarbeit. Darüber hinaus gab es mit dem Vorstand des Gesamtvereins und hier vor allem mit Walter Königsmark und Hans Kitz enge Kontakte und Vorstandssitzungen, in denen Gespräche und Entscheidungen im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich entstanden. Dabei nahmen Beruf und Familie einen breiten Raum ein. Wie ein roter Faden zog sich eine erkennbare Überlastung der genannten Vorstandsmitglieder durch die Arbeit der Abteilung. Erschwerend kam noch hinzu, dass zwar eine zweite Garnitur immer gewählt wurde, aber danach nie in Erscheinung trat. Nun nimmt sich der Schreiber dieser Zeilen das Recht, auch kritische Anmerkungen zum Ablauf der letzten Jahre zu vermelden. Bei vielen Spielern und Leistungsträgern der Mannschaften wurde das notwendige Training ganz eklatant vernachlässigt. Das wiederum schwächte das Leistungsniveau und gefährdete den Klassenerhalt der Mannschaften. Hinzu kam, dass lange vorher terminierte Meisterschaftsspiele aus den unsinnigsten Gründen abgesagt wurden. Das Verhalten brachte nicht nur erhebliche Unstimmigkeiten, sondern auch unnötige und unerwünschte Ersatzgestellungen aus den unteren Mannschaften. Die Teilnahme an den anberaumten Jahreshauptversammlungen war erschreckend gering. Die eindringlichen Bitten des Vorstandes, doch mehr Mitwirkung in allen Belangen des Vereinswesens zu zeigen, gingen voll ins Leere. Der Versuch, insbesondere von Hans-Werner Schroers und Peter Kehren, neben den notwendigen sportlichen Aktivitäten auch Impulse in Form von Jubiläen oder geselligen Abenden zu bringen, fand kein Interesse. Die Jahreshauptversammlung Anfang des Jahres 2000 erführ wie immer eine geringe Beteiligung, sowie fehlendes Interesse an den anstehenden wichtigen Entscheidungen. Es wurde die nunmehr fünfzehnjährige gute Zusammenarbeit mit dem Vereinslokal „Haus Granderath“ und dem Wirt Manfred Schademann gewürdigt, ebenso wie die Tatsache, dass die Turn- und Sporthalle Puffkohlen seit der gleichen Zeit Austragungsort aller Meisterschaftsspiele und Trainingsgelegenheiten ist.
Zurück zur Aktualität. In der Versammlung wurden viele Kompromisse geschlossen und Rücksichten genommen. Wie in anderen Vereinen ist auch hier ein schädlicher Egoismus feststellbar, der darin gipfelt, dass viele Spieler von einer zu hohen Spielstärke ausgehen und die Mannschaftsaufstellung beeinflussen wollen. Negativ ist noch zu vermelden, dass im Jahr
2000 die Zahl der Mitglieder um ca. 20 Prozent zurückging, allerdings weniger in den Mannschaftsbereichen. So begann die Spielsaison 2000/2001 im Wesentlichen mit dem gleichen Spielerpotential und den Zuwächsen aus dem Jugendbereich in die Senioren. Es war von jeher fast ausschließlich eigener Wuchs und damit die beste Voraussetzung. Am 15. März 2001 gab es die Versammlung, die den bereits angekündigten Verzicht von Hans-Werner Schroers auf eine Wiederwahl brachte. Im Vorfeld ergaben dann die notwendigen Gespräche, dass das langjährige Vereinsmitglied und Mannschaftsspieler Ulrich Prüß bereit war, den Vorsitz zu übernehmen. Die einstimmige Wahl war ein Zeichen des Vertrauens, das ihm entgegengebracht wurde. Er würdigte die langjährige und erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers und bat um volle Unterstützung. In kurzen Worten umschrieb er seinen eigenen Führungsstil. Bereitschaft und Harmonie waren allseits angesagt, was aber nicht darüber hinweg täuschen konnte, dass es zukünftig keine Besserung im Trainings- und Spielbetrieb gab. So war es nicht verwunderlich, dass die erste Herrenmannschaft die Saison 2000/2001 als Absteiger aus der Bezirksliga beendete. Die einzige, bislang verbliebene Damenmannschaft meldete sich komplett ab und im Sektor Schülerinnen und weibliche Jugend gab es keinen Nachwuchs mehr. Für die kommende Saison wurden nur noch drei Herrenmannschaften gemeldet, ein Ergebnis der Tatsache, dass eine Reihe an guten Mannschaftsspielern in Zukunft nur noch als Aushilfskräfte zur Verfügung stehen will. Dagegen bleiben Jugend- und Schülermannschaften auf dem bisherigen Niveau. Mit der letzten Bestandsaufnahme sind die Aufzeichnungen in der Gegenwart gelandet. Der Schreiben dieser Zeilen und darüber hinaus Mitglied der ersten Stunde des ehemaligen 1.TTC Giesenkirchen beendet hiermit seine Chronik und wünscht und hofft, dass die Zukunft der Tischtennisabteilung der DJK VfL Giesenkirchen in verantwortlichen Händen bleibt. Er dankt allen Sportlerinnen und Sportlern, die er lange Jahre begleiten durfte. Der Verein war immer seine Heimat. Im Namen und in der Tradition aller in diesem Verein verbundenen Menschen muss an verbleibenden Bestand mit Energie gearbeitet werden. Diese Chronik wird vom Schreiber als Zwischenbilanz gewünscht, die später von Nachfolgern weitergeführt werden soll.

 
 
 

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